Woche für Woche 3
Das kommentierte Absurdistan 2011
Von biF
52/11
Good new zum Jahresende, Deutschlandfunk, 27. Dezember 2011: Japan hat nach mehreren Jahrzehnten sein selbst auferlegtes Verbot für Waffenexporte gelockert. – Sind halt doch gute Deutsche, die kleinen Schlitzohren ...
51/11
Der Satz „wenn ich es nicht mache, macht es ein anderer“ ist wohl noch niemals bei Ordensverleihungen berücksichtigt worden ...
50/11
Literaturnobelpreis, schön und gut - aber warum immer erst an schon so gut wie tote Dichter?
49/11
Mein Freund Kümmelchen restauriert das Epitaph Gregor Mättigs im Dom St. Petri zu Bautzen und kann dabei aus unsichtbarer Höhe beobachten, wie sich die Besucher der ältesten Simultankirche Deutschlands in ihren „Gottesdoppelhaushälften“ bewegen. Er sieht, daß die Katholiken zumeist in ihr Abteil huschen, indem sie sich flüchtig nach dem der anderen umsehen, während die Protestanten erst einmal ungeniert durch den Zaun hinüber „zu die Katholischen“ gucken und sich dann in das ihre zurückziehen. Mimik und Gestik beim Beziehen der jeweils eigenen Bänke aber gleichen sich und offenbaren, daß ein gewisses „Wohlgefühl“ die Konfessionen eint ...
48/11
Nazis raus! - Aber wohin?!
47/11
Wenn einer der Brigitte „Bartel“ H. erzählt, er habe gestern einen Affen gefangen,
entgegnet ihm Brigitte „Bartel“ H. todsicher, sie habe vorgestern zwei gefangen.
46/11
Ich könnte ja nach vielem süchtig werden, zum Beispiel: Reisen, Bücher, Arbeit, Alkohol, vielleicht auch Drogen, Sex (mit Katrin natürlich!), Nullen auf dem Konto – aber niemals nach Frühaufstehen, Spazierengehen und antifaschistischen Gedenkstätten.
45/11
Bambi 2011: Kann es etwas Jämmerlicheres als einen (Skandal-) Rapper mit Frack und Fliege auf einer Preisverleihung geben?
44/11
Die Reaktionen der freiheitlich-demokratischen europäischen Staatsoberhäupter auf Papandreous Vorschlag, die Griechen über ihre Sparmaßnahmen selbst abstimmen zu lassen, offenbaren, wie schnell ein Präsident vom Fenster weg sein kann, der mit der Demokratie ernst zu machen versucht.
43/11
Ich weiß gar nicht, was an mir kompliziert sein soll; gäbe es sieben Milliarden Menschen weniger, hätte ich überhaupt keine Probleme!
42/11
Die Hälfte der Altossis, die in Mercedes, Audi oder BMW sitzt, gehört zurück in den Trabi; erstens, weil sie nichts anderes verdient hat, und zweitens, weil sie mit den XXLuxus-Limousinen sowieso nicht fahren, geschweige denn einparken kann.
41/11
Friedensnobelpreis, schön und gut – aber wo ist der Frieden?

40/11
Man kann auch mit Mißverstandenem, Fehlinterpretiertem und Falschgefolgertem berühmt werden, wenn man es hübsch verpackt und klug vermarktet.
39/11
Nach Genanalysen sollen 100 Thüringer direkt von einem bronzezeitlichen Vorfahren abstammen – damit wären sie wohl dem deutschen Hochadel zuzurechnen ...
38/11
Auf die Frage, womit er seine hohen Gagenforderungen begründe, antwortete der russische Cellist Mstislaw Rostopowitsch: „Weil ich so viele teure Wohnungen habe.“
37/11
Die einen gehen verschwenderisch mit Geld um, weil es ihnen egal ist;
andere sind großzügig mit Komplimenten, auch, weil sie ihnen egal sind.
36/11
Wer giebt seinen Kindern Brod
und leidet selber Noth
den soll man schlagen
mid dieser Keule todt.
(Stadtmauer Müncheberg, 14. Jh.)
35/11
Das ständige Gelärme um Demokratie und Menschenrechte ist mittlerweile viel zu laut, um noch echt sein zu können.
34/11
Warum ich nicht an Gott glaube? – Weil andere an ihn glauben: Katholische Pädophile, protestantische Betrüger, asoziale Politiker, servile Philosophen, verlogene Historiker, skrupellose Publizisten, raffgierige Kapitalisten, kannibalische Diktatoren, brutale Zuhälter, mordende Mafiosi, spielsüchtige Manager, prügelnde Polizisten, korrupte Beamte, gottlose Geistliche, zynische Anwälte, voyeuristische Richter, notgeile Banker, mitleidlose Tierquäler, kleptomane Treuhänder, islamische Bombenleger ...
33/11
Neuerdings scheinen Konjunktur und Krise sich nicht mehr gegenseitig auszuschließen ...
32/11
Eins der großen Welträtsel ist: Wie konnte es die Menschheit bis ins dritte Jahrtausend nach Christus schaffen, wo es doch erst seit etwa 50 Jahren Baumpfleger gibt?
31/11
Wenn die jungen Leute das erste Mal auf den Wecker sehen, geht mein alter Buchbinder Mittagessen.
30/11
Die sogenannten „Geringverdiener” haben in den vergangenen zehn Jahren reale Einkommensverluste von ca. 20 % hinnehmen müssen, das sind 200 Euro von 1.000. – Die Parlamentarier erhöhen ihre Diäten in den nächsten zwei Jahren um jeweils 292 Euro, das sind runde 4 % = 600 Euro bei gegenwärtig ca. 7.600 zzgl. Aufwandsentschädigung und diverse Vergünstigungen. (Juli 2011)
29/11
Merkwürdig viele Politiker haben als Linke angefangen und sind zu Lumpen geworden: Schröder, Fischer, Strauß-Kahn ...
28/11
Als ich neulich zu meinem Buchbinder fahrradelte, wurde mir bewußt, daß ich doch eigentlich noch sehr flexibel bin, denn ich ärgerte mich zwar über die blöden Autofahrer, hätte aber genauso gut in meinem Auto sitzen und auf die dämlichen Radfahrer schimpfen können.
27/11
Die Zahl der Dollar-Millionäre ist im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordhoch gestiegen: 10,9 Millionen Menschen weltweit besaßen 2010 mehr als eine Million Dollar Geldvermögen, wie eine Studie der Vermögensverwaltung Merrill Lynch und der Beratungsgesellschaft Capgemini ergab. Damit gab es bereits mehr Millionäre als vor der Finanz- und Wirtschaftskrise. Superreich sind laut der Studie immer mehr Frauen und junge Menschen./ Merrill Lynch und Capgemini nahmen in ihre Millionärs-Sammlung Menschen auf, die ein Geldvermögen von mehr als einer Million Dollar (695.000 Euro) besitzen - Häuser oder Kunstsammlungen nicht mitgerechnet. Die meisten dieser Superreichen gibt es laut Studie nach wie vor in Nordamerika, nämlich 3,4 Millionen. Die Wachstumsregion Asien-Pazifik folgt mit 3,3 Millionen Millionären auf Platz zwei. Anders als noch 2007 vor der Krise landet Europa mit 3,1 Millionen Millionären auf Platz drei. Deutschland kann laut dieser Studie 900.000 Millionäre aufweisen. Nur in den USA und Japan gibt es demnach mehr Superreiche./ Nicht nur die Zahl der Millionäre, auch ihr Vermögen wuchs seit 2007 ordentlich. Durchschnittlich hatten die Millionäre 2010 rund 3,9 Millionen Dollar auf der hohen Kante. Insgesamt betrug das Vermögen der Millionäre 42,7 Billionen Dollar. Hauptquelle für ihr Geldpolster ist laut Studie das Wirtschaftswachstum. (GMX news, 22.06.2011.)
26/11
Daß ich schreibe, finden die meisten jungen Leute, die ich kenne, „ganz witzig“; was ich schreibe, finden sie schon nicht mehr so wichtig.
25/11
Wenn zum Glauben und Hoffen das Prinzip Fordern käme, könnte die Rechnung irgendwann auch für Alle aufgehen.
24/11
Seit dem 1. Juni 2011 gibt es eine Merkel-Orchidee. (Deutschlandradio Kultur 02.06.2011.) – Fehlen noch Schröder-Palme, Fischer-Alge und Kohl-Strunk.
23/11
„Auch die Amis drehen beim Anblick von Hunziker im Bikini durch.“ (Web.de, Herrentag 2011.) – Warum drehen sie die Sexbombe nicht einfach um und setzen sie gegen die Taliban ein?

22/11
Bestimmt gibt es auch unter den Fliegen Intellektuelle; interessant zu wissen fände ich, welche das sind: die, die gar nicht mitbekommen, wie man sie platt schlägt, oder die, die schon wissen, daß man zur Klatsche greifen wird, noch bevor man es selber weiß ...
21/11
Jede dritte (deutsche) Frau trägt löchrige Schlüpfer. (GMX-News, 27.05.2011)
20/11
Der Historiker darf, oder soll sogar, nur über die herziehen, die unten liegen – niemals über die, die oben sitzen!
19/11
Die 2 (oder 4) Wörter
„frie steil“ und „frei stiel“
machen 1 (2, 3 oder 4) Fehler.
In jedem Fall: 5 – setzen.
18/11
Osama bin Laden ist tot. Das Völkerrecht auch. Kollateralschaden ...
17/11
Was man mit dem Verstand nicht fassen kann, muß man glauben, aber der Verstand kann viel mehr fassen, als man glaubt.
16/11
Wer seiner Zeit voraus sein will, darf nicht mit der Zeit gehen.
15/11
In Berlin leben Reiche durchschnittlich 5 Jahre, in Bremen sogar 8 Jahre länger als Arme. (Die Zahlen wurden im Jahr 2008 ermittelt.)
14/11
Einst Freutsch, dann Doitsch, jetzt Denglisch.
13/11
Die Deutschen sind keine Schweinebande, sondern eine Schafherde, die man mühelos von einer Schur zur nächsten treiben kann.

12/11
Wer darauf verzichten kann, alle naselang neue Klingeltöne zu abonnieren, braucht auch keine Atomkraftwerke.
11/11
Wer sich die Preise für Brot und Butter nicht merken kann, sollte keine Geschäfte mit Dingen machen, die teurer sind als diese.
10/11
Die menschlichen Hirnwindungen haben keine Ecken, damit das Denken jede Kurve kriegen kann.
09/11(2)
Momentan interessieren mich zwei Fragen.
Am meisten: Wohin verschwindet mit den zunehmenden Wurzeln der Zimmerpflanzen die Blumenerde aus den Töpfen?
Und: Wenn ein Journalist auf Anhieb sieht, daß mit einer Doktorarbeit irgend etwas nicht stimmt – wieso sieht dann ein Professor, dessen Aufgabe es ist nachzusehen, ob damit etwas nicht stimmt, überhaupt nichts?
09/11
Wenn tatsächlich Jahrzehnte lang kein einziger westlicher Politiker mitgekriegt hat, daß es sich bei Mu Ammer al Gadda Vieh oder einigen anderen Arabern, die ihren Pferden Swimmingpools in die Wüste setzen, ihren Falken Flughallen bauen und sündhaft teure Computer auf Kamelen um die Wette reiten lassen, um vollkommen Irre handelt – dann: Gute Nacht, Abendland!
08/11
Die Fernsehmoderatorin Monica Lierhaus erhält als neue Botschafterin der ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ laut „Spiegel“ zunächst 450.000 Euro Honorar im Jahr. Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin berichtet, soll die 40-Jährige ab April dienstags und donnerstags in der Reklame der Fernsehlotterie im Ersten zu sehen sein. Sonntags soll sie demnach die Bekanntgabe der Wochengewinner präsentieren. Lierhaus tritt damit die Nachfolge des langjährigen Botschafters Frank Elstner an. Die frühere Sportmoderatorin war vor einer Woche nach zweijähriger Krankheit überraschend das erste Mal wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten. Lierhaus hatte im Januar 2009 bei einer Operation am Kopf eine Gehirnblutung erlitten und war danach für mehrere Wochen ins Koma gefallen. Bei ihrem Auftritt bei der „Goldenen Kamera“ am Samstag vor einer Woche war deutlich geworden, dass sowohl ihre Fähigkeit zu gehen als auch ihr Sprachvermögen noch stark eingeschränkt sind. (web.de am 12.02.2011) - Damit verdient die ARD-Lotto-Fee auf ihrem Schonplatz mehr als die deutsche Bundeskanzlerin im Amt ... - Inzwischen habe ich gehört. daß die Frau als Sportreporterin 800.000 verdient haben soll.
07/11
Es gibt viel weniger echte Schurken und viel mehr Idealisten als man glaubt, und trotzdem sind die Schurken immer obenauf.
06/11
Der Computer ermöglicht es dem Graphiker, die Texte anderer so gedankenlos in ein Verarbeitungsprogramm zu füllen wie der Bauarbeiter seinen Fertigbeton in die Verschalung.
05/11
Historische Romane werden produziert von Leuten, die zu wenig Phantasie für die Kunst haben, und konsumiert von Leuten, die zu wenig Geist für die Wissenschaft haben.
04/11
Es gibt Künstler, die müssen erst spazieren gehen oder etwas anderes Verrücktes anstellen, um auf Ideen zu kommen – ich weiß nicht: ich brauche mich bloß ins Bett zu legen, und schon haben sie mich; ich bin immer froh, wenn keine mehr kommen!
03/11 a
An die Gleichstellungsbeauftragt(inn)en: „Sehr geehrte Damän(ner) und Herr(in)en ....“
03/11 b
Der 2010 in "Woche für Woche 2" begonnene "Pücklerwahnsinn" wird an anderer Stelle weitergeführt.
02/11
Unter den „Top 5 Videos“ der Woche vom 1. bis zum 7.1.2011 auf www.zoomin.tv: „Jede Sekunde zählt: Die frisch lackierten Nägel trocknen nicht schnell genug, das Einparken dauert zu lange, der Ketchup kommt nicht aus der Flasche – Mit diesen Tricks können Sie tagtäglich kostbare Minuten sparen.“ – Der eingesparte Punkt hinter „der Flasche“ hat bestimmt auch ein paar Hundertstelsekunden gebracht.
01/11
Das Adolf-Grimme-Institut mußte im Dezember 2010 das „Adolf“ aus seinem Namen streichen; da werden „Joseph“-Haydn- und „Heinrich“-Heine-Institut wohl auch bald abspecken müssen ...
Verbindung zu Woche für Woche 2 - Das kommentierte Absurdistan 2010.
Kommentare zu diesem Artikel ansehen | Kommentar zu diesem Artikel verfassen