Woche für Woche 2
Das kommentierte Absurdistan 2010
Von biF
Dacapo/10
An Silvester: Gerüchteweise verlautet, daß die Lausitzer Rundschau im Januar 2011 eine 54-teilige Serie des Weißwasseraner/ Spremberger Autors Lutz Stucka über die ehemalige Wäschemangel in der Alexanderstraße 2 in Weißwasser in der Oberlausitz starten will.
52/10 a
Das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld konstatiert eine „soziale Vereisung“ in Deutschland und spricht in seiner Studie von einer „rohen Bürgerlichkeit“ und einem „Klassenkampf von oben“. (LR v. 4./5. Dezember 2010)
„Prüfbericht des Bundesarbeitsministeriums gebilligt“: Schrittweise Einführung der Rente mit 67 ab 2012 endgültig beschlossen. (stern.de 17. November 2010)
„Luxusrente ab 55 für Sachsens Abgeordnete“: „Neu-Parlamentarier, wenn sie mindestens 15 Jahre dem Landtag angehört haben, [haben] bereits mit 62 Jahren Anspruch auf eine abzugsfreie, lebenslange staatliche Altersversorgung“ und „Abgeordnete, die vor August 2009 im Landtag gesessen haben [...] können nach 13 Jahren Parlamentszugehörigkeit sogar bereits mit 55 Jahren die staatliche Altersversorgung in Anspruch nehmen [...] Nimmt man die aktuelle Diätenhöhe [von 4.835 Euro] zur Grundlage, stehen ihnen [...] Monatsrenten von 3050 bis 3400 Euro zu. (SZ online v.16. Dezember 2010)
Die Erhöhung der Hartz-IV-Bezüge um 5 Euro ist im Bundesrat (NRhZ: „zum Glück“) gescheitert. (dpa 18.12.2010)
Der HRE-Banker Axel Wieandt (44) hat nach 18 Monaten Tätigkeit im Vorstand der Pleitebank 19.840 Euro Monatsrente ab 60 sicher. Die „Galerie der Gier-Banker“ führt unter ähnlichen Bedingungen erworbene Ruhestandsgehälter von 16.000, 25.000, 33.916 und 46.666 Euro an. (Bild-Bundesausgabe, 8. Dezember 2010)
"Bei 766 Euro liegt die Durchschnittsrente in Sachsen derzeit. Tendenz weiter fallend." (SZ v. 2. Dezember 2010)
"Gute Espresso-Automaten kosten zwischen 580 und knapp 1.700 Euro." (LR v. 15. Dezember 2010) Ein 1-Kilo-Stollen kostet 12 Euro. (Mit eigenen Augen gesehen!)
52/10 b
Nachtrag zu 42/10: Pückler-Pädagogium
51/10 a
Nun ist in der Presse doch tatsächlich ein – vonloser! – Ururgroßneffe des – kinderlos dahingegangenen! – Fürsten Pückler aufgetaucht, der sich als dessen Nachfahre bezeichnet! – Könnte ich denn da nicht als Ur24-Enkel von Friedrich II. – dem Staufer! nicht dem Massenschlächter! – reüssieren? Das müßte hinzukriegen sein!
51/10 b
Nachtrag zu 42/10: Pückler-Fachtagung, Pückler-Forschung, Pückler-Kapitalbrief.
50/10
Das Loblied der BRDemokratie singen am lautesten diejenigen, die sie mit ihrem Geld beherrschen; siehe „Bauernland in Junkerhand“ in: Der Spiegel Nr. 45 / 2.11.09 und „Alteigentümer kriegen Vorzugspreis für Boden im Osten“ in: sz-online.de vom 7. Dezember 2010.
49/10
Dummdenk zum Neusprech: Reden ist Silber, schweigen ist Gold.
Neusprech zum Dummdenk: Dann schweig mal fein.
48/10
Fürst Pückler ist eine schillernde Persönlichkeit. Der Graf Brühl ist eine schillernde Persönlichkeit. Friedrich Schiller schillert nicht. Er hat sich seinen bescheidenen Lebensunterhalt selbst verdient, und ihn für eine Demokratie zurechtzustutzen ist nicht so schwierig wie bei den beiden „Schillis“.

47/10
Lieber mutig wie Ernst Thälmann als verrückt wie Pückler!
46/10
Der Gipfel des Dummdenk: Mir geht es gut, also bin ich gut.
45/10 a
Einkommen von über 10.000 Euro im Monat zeugen von der Unfähigkeit ihrer Bezieher, mit Geld vernünftig umzugehen. Man sollte ihnen fremdes Geld gar nicht erst anvertrauen.
45/10 b
Nachtrag zu 42/10: Pückler-Kochstudio.
44/10
Lieber ab und zu seine Meinung ändern als niemals denken!
43/10
Herr, schenke mir den geistigen Vollmond, und einen Kalender dazu, damit ich weiß, wann’s wieder duster wird ... (Erhard Maroschek)
42/10
Immer mit „Fürst-“: Pückler-Theater, Pückler-Bühnenshow, Pückler-Musical, Pückler-Konzert, Pückler-Vortrag, Pückler-Wanderung, Pückler-Diner (recte Pückler-Table d’hôt), Pückler-Kaffeetafel (recte Armenspeisung), Pücklertagesablauf, Pückler-Kirchhoff, Pückler-Kochbuch, Pückler-Roman, Pückler-Wein (rot und weiß), Pückler-Sekt, Pückler-Cocktail, Pückler-Bier, Pückler-Kekse, Pückler-Créme (!), Pückler Cafe (!), Pückler-Schnitte, Pückler-Rolle, Pückler-Brot und -Semmel, Pückler-Souffle (!), Pückler-Kalender, Pückler-Schule, Pückler-Park, Pückler-Picknick, Pückler-Torte, Pückler-Kuchen, ohne „Fürst-“: Pückler Webdesign & Cinema, Pückler-Eis und -Bombe, Pückler-Eisbecher, Pückler-Diätbecher, Pückler-Kindergarten, Pückler-Baumschule, Pückler-Radweg, Pückler-Region, Pückler-Land, Pückler-Symposium, Pückler-Parkführer, Pückler-Stiftung, Pückler-Verein, Pückler-Gesellschaft, Pückler-Hotel(s), Pückler-Jubiläum, Pückler-Festakt, Pückler-Bar und -Kneipe, Pückler-Eck, Pückler Thermen und Gesundheitszentren, Pückler-Getränkestützpunkt, Pückler-Stein, Pückler-Apotheke, Pückler-Passage, Pückler-Stube, Pückler-Parfait, Pückler-Joghurt, Pückler-Restaurant, Pückler-Pension, Pückler-Reisebüro, Pückler-Reise, Pückler-Weg, Pückler-Tour, Pückler-Museum, Pückler-Heim, Pückler-Gymnasium, Pückler-Geburtstag, Pückler-Hochzeitstag, Pückler-Darsteller, Pückler-Forscher, Pückler-Exegese, Pückler-Pokallauf, Pückler-Pokal, Pückler-Preis, Pückler-Oper; Pückler-Wahnsinn (PSE). (Stand: 30.10.2010, Pückler-Geburtstag.)
41/10
Wie mag wohl das Weltbild eines Lebewesens aussehen, das Herbst und Winter nicht kennt, nur wenige Monate, Wochen oder gar nur einen Tag lebt?
40/10
Wie soll denn aus der Stuttgart-21-Diskussion etwas werden, wenn da ein Ministerpräsident mitreden darf, der noch dazu „Mappus“ heißt?!
39/10
Zum Herstellen von Autos braucht man kaum noch Menschen, zum Fahren wird man bald keine mehr brauchen, kommunizieren und sich die Welt ansehen kann man auch elektronisch – wozu braucht man da eigentlich noch Autos?
38/10
Fürst Pückler († 1871) soll Ehrenbürger von Bad Muskau werden (Lausitzer Rundschau Sa/So, 2./3. Oktober 2010).
Also – wenn ich Fürst wäre, würde ich mir das verbitten!
37/10
21. September – Alzheimertag. Gut, daß sie den nicht vergessen haben ...
36/10
Sarrazin ist das gleiche passiert wie seinerzeit Kolumbus: Er hat trotz einiger falscher Prämissen ein paar Entdeckungen gemacht, doch über die will keiner reden – so wie damals keiner etwas von einer Erdkugel wissen wollte ....
35/10
Am 20.08.2010 in „Weltbild“ Bautzen entdeckt: Bestseller „Hummeldummel“ vom Autor des Bestsellers „Vollidiot“.
34/10
Tagediebe: Straßendienste, die mit stundenlangem Getöse und Gestank Fahrbahnmarkierungen abschleifen, die sie wenige Monate zuvor erst aufbetoniert haben ...
33/10
Die Welt ist außerhalb der Irrenhäuser nicht minder drollig als drinnen. (Hermann Hesse)
32/10
Die Deutschen „verkumpeln“. Das belegen zwei nagelneue Bestseller, in denen gutsituierte Aussteiger auf Zeit sich den Kick eines „knallharten Alltags“ gönnen und beschreiben: Dieter Moors „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht“ und Gregor Webers „Kochen ist Krieg“. In diesen Büchern gibt es zwar auch die üblichen mehrseitigen Danksagungen, aber eigentlich sind sie völlig überflüssig, weil die Bücher selbst das Hohelied der Kumpanei in einem Maße singen, daß einem schlecht wird. - Man merkt die Absicht und ist verstimmt.
31/10
Zum „Ramelow Urteil“ vom 22. Juli 2010: Nicht nur die Linken gehören unter Beobachtung, sondern auch die Wähler des Vereins! Lang lebe die Stasi!
30/10
21. Juli: Zu meinem 58. wünsche ich allen meinen Verlegern ein langes, langes Leben, damit sie alle meine Bücher noch vollenden können!
29/10
„Fürstenblut für Bürger vergossen“: Im Museum der Stadt Frankfurt (Oder) hängen ein Porträt, ein Lebenslauf und drei Ölgemälde in Formaten zwischen A4 und Scheunentor für Leopold von Braunschweig, der während der Oderflut 1785 beim Versuch, Menschen zu retten, ertrank. – Ob die Menschen gerettet wurden, ist nicht überliefert.
28/10
Behinderte, Rentner, Arbeitslose und andere Drückeberger können froh sein, daß es in der Alten Welt Mode ist, den Gutmenschen zu heucheln, ansonsten würden sie längst wieder verhungern wie zu Kaisers Zeiten.
27/10
Der Aberglaube ist vom Land in die Stadt gewandert ...
26/10
Schreiben ist der einzige Beruf, in dem man, ohne lächerlich zu wirken, kein Geld verdienen kann. (Jules Renard.)
25/10
Ohne Stadtbrände wäre der Mensch vielleicht schon ausgestorben und es würde heute heißen: Die Krone der Schöpfung, das Schwein, die Wanze.
24/10
Wer eine Gedenktafel herstellen läßt, herstellt, anschrauben läßt oder anschraubt, auf der unter der Überschrift „Den Opfern zweier Diktaturen“ das Nazi-Reich und die DDR vereint sind, hat zumindest eine der beiden Diktaturen nicht erlebt; außerdem ist er stumpfsinnig und/oder durch und durch böswillig!
23/10
Die Schuld der Welt und all’ ihr Unglück tragen
Die Starken, Unbarmherzigen und Blinden.
(Leopold Schefer, Laienbrevier, April XXII.)

22/10
Gott sei Dank! Endlich einmal eine richtig sympathische Person "für Deutschland":

21/10
Völlig unmöglich: Verleger, die halten, was sie versprechen; Autoren, die verdienen, was sie verdienen.
20/10
Die Deutschen brauchen keine Kultur, die Deutschen brauchen Krawall.
Die Deutschen brauchen auch keine Geschichte, ihnen genügen Gerüchte.
19/10
Die Begriffe (II. Welt-) Krieg und Frieden sind bei den Deutschen derart miteinander verbunden, daß man allmählich das Gefühl bekommt, daß sie eigentlich Krieg meinen, wenn sie vom Frieden reden.
18/10
Wie man neuerdings hört, gibt es in der EU nur noch Großschuldner – wo sind eigentlich die dazu gehörigen Großgläubiger?
17/10
Man will heute keine Bäume mehr, weil man zum Laubharken zu faul ist; weil man, wenn man nicht selbst kompostieren kann, für die Beseitigung des „Blätter-Mülls“ zahlen muß; und man braucht auch keine Bäume mehr, weil man im Auto ja eine Klimaanlage hat ...
16/10
Früher hat man bei Muskelkater einfach weiter gemacht; heute soll man sich erst einmal hinsetzen oder -legen und den Schmerz abwarten. Vielleicht ist das eine Erklärung dafür, daß die Alten so agil sind, während man die Jungen für körperliche Arbeit (oder die Bundeswehr) kaum noch gebrauchen kann?
15/10
Menschen wie Merkel, Westerwelle, Fischer oder Schröder müssen einer anderen Rasse angehören als ich; ich bin sicher, daß irgend etwas mit Haaren zum Vorschein käme, wenn man sie abpellen würde.
14/10
GMX.DE, nach Ostern: "Verletzte Soldaten sind stabil." - Na denn: Schluß mit den Gesunden!
13/10
GMX.DE, Ostern 2010: "Aprilscherz löst SEK-Einsatz aus. Betrunkene Jugendliche rufen die Polizei auf den Plan." WEB.DE: "Schwere Zwischenfälle bei Kundus: Deutsche Soldaten erschießen versehentlich mehrere afghanische Sicherheitskräfte."
12/10
Das ist das Schrecknis in der Welt, schlimmer als der Tod, daß die Canaille Herr ist und Herr bleibt. (Wilhelm Raabe.) – Am schlimmsten ist: daß es die Canaille überhaupt gibt.
11/10
„Leistung muß sich wieder lohnen“ – Witz, komm raus: In einem Land, das vor allem Nichtskönner mit Fördermitteln hudelt, kommt man ja kaum dazu, etwas zu leisten!
10/10
Daß Superhirn Westerwelle Thomas Malthus’ Bevölkerungstheorie noch nicht in die Hartz-IV-Diskussion eingebracht hat, ist schon verwunderlich, aber wer sich mit Bisky-Bildern umgibt, kommt bestimmt auch noch darauf: Ein Mensch, sagte Malthus, der in einer schon okkupierten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. Bei dem großen Gastmahle der Natur ist durchaus kein Gedecke für ihn gelegt. (Thomas Malthus 1798.) Eine Inspiration für die praktische Anwendung der Theorie könnte der große gelbe Reformator sich in dem Traktat holen: „Bescheidener Vorschlag, wie man verhüten kann, daß die Kinder armer Leute in Irland ihren Eltern oder dem Lande zur Last fallen, und wie sie der Allgemeinheit nutzbar gemacht werden können“. (Jonathan Swift 1729.)

09/10
Ossi-Karriere: Vom Proletarier zum Rotarier. (Protarier Jochen E. gewidmet.)
08/10
Bedarfsorientierte Marktwirtschaft: Weihnachtsmänner sind Anfang Dezember nicht mehr zu kriegen, dafür gibt es dann schon Osterhasen; Sommersachen muß man sich im Winter kaufen, Winterschuhe im Sommer (wie macht man das denn bei Kleinkindern?); anstelle von Rasierklingen muß man sich regelmäßig neue Rasierapparate kaufen, die Produktion und/ oder Lieferung von Teilen für Systemmöbel wird regelmäßig eingestellt, und Vogelfutter wird ab Februar, wenn der Winter am grimmigsten ist, nicht mehr geliefert. Und so weiter. - Um wessen Bedarf geht's denn hier eigentlich?
07/10
Wer es fertigbringt, so etwas wie „Religions-Philosophie“ zu studieren, der kommt auch mit Begriffen wie „Minus-Wachstum“ klar.
06/10
SUPERillu Nr.05 / 20.01.10: „Treue-Prämie für einstige Stasi-Leute?“ – Ganz einfach: Die selben Grundsätze wie bei den einstigen Nazis anwenden!
05/10
Deutschland einig Vaterland im Januar 2010: BILD hetzt gegen die Pensionäre (zu hohe Pensionen?), die SUPERillu gegen einstige Stasi-Leute (Treue-Prämien?) und alle finden wieder einmal, daß Arbeitslose eigentlich überhaupt kein Geld kriegen sollten. Dieter Bohlen und Dark Angel Bill (beide Millionäre) finden alle toll.
04/10
Einen Job abzulehnen, der weniger Geld als Hartz IV einbringt, zeugt nicht von Faulheit, sondern von Rechenkenntnissen und ökonomischer Vernunft.
03/10
Eine sagenhaft dämliche BILD fragt in der Schlagzeile vom 22. Januar 2010: „Macht Hartz IV faul?“ – Gegenfrage: Ist der Ackermann von seinen Millionen faul geworden?
02/10
Ich weiß gar nicht, warum die Leute dauernd streiken; die können doch mit dem Geld sowieso nichts Gescheites anfangen. Entweder fliegen sie zum Saufen nach Mallorca, oder sie kaufen sich Bücher von Sloterdijk.
01/10
Drei gute Gründe, eine Mandarine nicht zu mögen: Zu sauer, zu viele Kerne; pellt sich schlecht ...
Verbindung zu Woche für Woche 1 - Das kommentierte Absurdistan 2009.
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