Die 6. Kiepe aus dem Klappcomputer
Hobelspäne 501 bis 600
Von Bernd-Ingo Friedrich
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501
Da freut man sich monatelang auf den Frühling, und was hat man nun davon? Motorradfahrer und Fliegen!
502
Die Verdummung der Zeitgenossen schreitet schneller voran, als man schreiben und vor allem - sich anpassen kann.
503
Die Menschen – speziell die Deutschen – haben sich unter ständigem Drogeneinfluß Verhältnisse geschaffen, denen sie nur noch mit Hilfe von Drogen gewachsen sind.
504
Egal, wie schlecht die anderen sind - es hilft nichts, in den trüben Saal zu blasen.
505
Die einen nennen mich Idealist, die anderen nennen mich dämlich. Aber das sind die Idioten.
Idiot: Dem römischen Ursprung nach Bezeichnung für den Privatmann, der sich nicht um die öfftentlichen Angelegenheiten kümmert.
506
„Der Papst darf nicht sterben!“: Die Herde der Gewohnheitstiere verwechselt ihren Papst mit Jesus und will, daß er ewig lebt. Und erst wollten sie ihn gar nicht haben - den Polen. (Als Wojtila im Sterben lag.)
507
Betrachte ich mir die Welt im Fernsehen, so ist sie zweifellos ein riesiges Bestiarium. Sehe ich mir meine Nachbarn an, so erscheint sie etwas freundlicher, denn von sich aus sind die alle viel zu feige, um sich gegenseitig so in den Arsch zu treten, wie sie es gerne täten.
508
„Körperbauer“ sind genauso blödsinnig wie Fahrräder mit Rennverkleidung.
509
Wer die Natur liebt, der läßt sie einfach nur in Ruhe.
510
Absurdistan: Globalisierung auf dem Arbeitsmarkt und Kleinstaaterei bei den Krankenkassen.
511
Die Panikmache um die Rechten ist nichts als eine Polit-Posse. Um wieder ns werden zu können, brauchen die Deutschen erst einmal eine Regierung, die das will. Das Volk will weder die Rechten noch die Linken.
512
Die Reputation der „Großen“ ist durchweg erkauft.
513
Die Selbstorganisation der Mieter scheiterte am Zeitmangel des mit Wichtigerem vielbeschäftigten Volksvertreters und seiner zarten, zum Schneeschieben ungeeigneten Gattin.
514
Hast du in der Not, so hast du keine Not.
515
Mit der Devise gemeinsam leben, wohnen, arbeiten hat der e.V. angefangen. Jetzt lebt der Geschäftsführer gut, wohnt komfortabel und läßt die anderen für sich arbeiten. Und paßt auf, daß es so bleibt.
516
Jedes Lebewesen hat im Ökosystem Erde seine Aufgabe, nur der Mensch hat keine. Aber das Wort „Parasit“ hat er erfunden.
517
Ob es auch Bienen gibt, die Glatze haben, krumme Beine, schielen, oder doof sind?
518
Keine Gesellschaft braucht Politiker, wie wir sie haben, aber die Politiker brauchen die Gesellschaft für ihre asozialen Machenschaften.
519
Wenn es für die Vergabe von Fördermitteln Bedingung wäre, gäbe es nur eigennützige Vereine.
520
Der Mensch hat sämtliche Evolutionsmechanismen ausgehebelt: permanent balzend werden die Dümmsten Anführer, die Gierigsten wirtschaften und die Skrupellosesten richten.
521
Es sieht im Abendland so unerfreulich aus, weil Egoismus verwechselt wird mit Individualität und Verantwortungslosigkeit mit Freiheit.
522
Das Bildungsbürgertum hat seinen Nachwuchs vernachlässigt; Hochkultur findet für die Generation der Zwanzigjährigen in Fitnesstudios, Restaurants und Partykellern statt. (Kultur-Spiegel Heft 9, September 2007)
523
Aus dem Wolf sind inzwischen sowohl Möpse als auch Bernhardiner geworden. Bloß der Mensch bleibt immer dasselbe Schwein.
524
DDR: in den Fabriken von Krupp ausgeruht.
BRD: auf Gesetzen von Bismarck ausgeruht.
525
Es sind immer die gleichen, sich gemeinnützig gebärdenden Egoisten, die jede Sache verderben, weil sie daran nur interessiert, was ihnen persönlich nützt.
526
Gewiß ... der Mensch ist liebenswert. Und ein schlafender Tiger ist niedlich.
527
„Die Welt dreht sich nun mal nicht so, wie du das willst.“ – Da kann ich nur sagen: „Leider.“
528
Geschichte schreiben: Störendes entfernen, Unpassendes zusammenbiegen, Erwünschtes dazutun.
529
Je mehr Holz eine Siedlung umsteht, desto finsterer ist es darin.
530
Deutschland, Olympia 1936: Führer und Volksempfänger,
Deutschland, Fußball-WM 2006: „Der Kaiser“ und Sony.
531
Ein glücklicher Mensch ist, wer eine Briefmarke schief auf den Umschlag kleben kann.
532
Die Zukunft gehört dem Urmenschen – aggressiv und blöde.
Körperkraft gegen Geistesstärke: Die Entscheidung fiel 1989.
533
Im Deutschen Bundestag erklärt immer einer den anderen für bekloppt, und weiß Gott – sie haben alle Recht.
534
Wenn gewisse Leute einem Geschenke machen, weiß man gleich, daß das Zeug nichts taugt.
535
Erst der Irrglaube, man könne aus Äußerlichkeiten auf den ganzen Menschen schließen, ermöglicht, daß verkleidete Halunken dubiose Geschäfte machen können.

536
Hätte ich die Zeit, die ich bei der NVA damit zugebracht habe, Betten faltenfrei herzurichten, auf das Lernen von Vokabeln verwendet, könnte ich heute mindestens englisch, französisch, spanisch, italienisch, russisch, polnisch, ober- und niedersorbisch dolmetschen.
537
Seit ich mit Redakteuren, Herausgebern und Verlegern zu tun habe, weiß ich, daß die Dummköpfe nicht nur an den Stammtischen sitzen.
538
Die einen brauchen die Unterhaltung, die anderen brauchen jemanden zur Unterhaltung.
539
Die deutschen Straßen sind das Spiegelbild der deutschen Verhältnisse: eingezwängt in Leitsysteme und –planken stur geradeaus zum nächsten Unfall.
540
Der Mensch glaubt, die Natur beherrschen zu können. Das ist so, als ob das Eisenmolekül die Hoffnung nährte, eines Tages selbst der Topf sein zu können.
541
Im deutschen Staate funktioniert so vieles nicht mehr, weil zu viele in der vom Gesetzgeber angerichteten trüben Soße fischen.
542
Die Frau weiß nicht, was sie will, dafür weiß sie ganz genau, was sie nicht will, und das ist das, was der Mann will.
543
Der Bürger agiert nicht mehr, er reagiert nur noch – wie die Blindschleiche, die nach Links ausweicht, wenn man sie rechts antippt.
544
Wieso eigentlich wird in einer Gesellschaft, die den Beutetrieb heiligt, Vergewaltigung als Straftat gewertet?
545
Die Deutschen feiern Weihnachten wie Leute, die noch immer Opas Geburtstag feiern, obwohl der Opa längst tot ist.
546
Die Menschen finden zu Gott, wenn es ihnen schlecht geht. Das ist seit dem Apostel Paulus so, aber bei den meisten hält es nicht an.
547
Neidgesellschaft - Neid?! Worauf? Auf Diamantklos, goldene Teppiche, Armaturen aus Alabaster, Nerze aus Platin und 97 potthäßliche Rolls Royce in der beheizten Großgarage? Nein, Danke. Pfui Deibel!
548
Sich ohne Not für hundert Euro Erziehungsgeld selbst zu korrumpieren und dafür ggf. das Maul halten zu müssen, stelle ich mir ziemlich bitter vor.
549
Strc prst skrz krk (tschechisch; Akzente fehlen, weil Computer zu doof dazu): Steck dir den Finger in den Hals.
550
Man spricht heute immer von Bücher"schätzen", bezieht sich damit aber in den seltensten Fällen auf das, was in den Büchern steht.
551
Bücherschwemme: Aus dem DDR-Mangel in den BRD-Überfluß, und siehe: Beide sind von Übel. (94.700 Neuerscheinungen im Jahr 2007)
552
Manche könnten von ihrer halben Rente leben, andere können von ihrer Rente nicht einmal halb leben.
553
Keiner, der einen Stümper umsonst haben kann, nimmt einen Könner, den er bezahlen muß.
554
... mehr brutto vom netto – äh – mehr bretto vom nutto ...
555
Pläneschmieden und -realisieren sind so verschiedene Schuhe wie Flip-Flops und Filzstiefel.
556
Das viele Sublimieren bringt nichts – darüber gehen einem ja die Geschichten aus!
557
Schweiß-, Schwenk- und Spickfuß
558
Lichtenberg fand bemerkenswert, daß die Katzen zwei Löcher im Fell genau da haben, wo die Augen sitzen. Ich finde es auch interessant, daß sie mit den Ohren „applaudieren“, wenn sie gähnen.
559
Die Geschichte der Neuzeit, insbesondere Amerikas, ist die Geschichte der unverschämten Kultivierung der Habgier.
560
Es sind die Reichen, die verantwortlich sind für die skandalöse „Verwertung“ der Nerze und das Keulen der Robbenbabys – denn sie tragen die Pelze; verantwortlich für das Aussterben der Störe – sie zahlen Tausende Dollar für eine Creme-Schachtel Kaviar; sie verursachen die Qualen der Gänse, die für eine verfettete Leber „genudelt“ werden – weil sie auch dafür zahlen; sie schaden dem Klima als extensive Nutzer von Privatjets und Airlines; sie beuten hemmungslos die Erde aus und zetteln immer wieder die Kriege an, um Geld zusammen zu kratzen, das weder sie noch ihre Erben jemals ausgeben können; um noch mehr und noch größere Klunker bunkern zu können und so weiter; - warum belästigt man eigentlich den Normalbürger mit den Auswüchsen ihrer Habgier, anstatt die Bilder gequälter Kreaturen im Wall Street Journal zu veröffentlichen? - Weil das Journal einem Reichen gehört.
561
Die Sippe, in der man aufwächst, meint, sie kennte einen lebenslang, nur weil sie ein paar dumme Jungenstreiche mitbekommen hat, und auf der Grundlage ihres esoterischen Wissens dürfe sie nun in alle Ewigkeit jedermann fundierte Auskünfte über einen erteilen; und das tut sie denn auch bedenkenlos. Die mit diesem kümmerlichen Informationsersatz Versehenen wiederum wähnen sich im Besitz der absoluten Wahrheit aus berufenem Munde und verbreiten sie ebenso bedenkenlos, und so entsteht vom Betroffenen ein Bild, das sich vom tatsächlichen unterscheidet wie die Skizze vom fertigen Gemälde.
562
Der vermutlich psychisch gestörte „Markgraf Maria Emanuel“ – eins der habgierigen Würstchen aus der verhungerten Wettiner-Bande, das niemals Markgraf war noch jemals sein wird – läßt sich heutzutage tatsächlich noch „Markgraf“ titulieren; genau so gut könnte ich mich „Kotsasse Bernd-Ingo Friedrich“ nennen; aber nein, ich tu’s nicht, weil ich von der Welt noch was mitbekomme, und außerdem: Was soll die Angeberei?
563
Die Wettiner sollten sich den coolen Spruch ihres hellsten Vorfahren übers Bett hängen: „Macht euern Dreck alleene!“
564
Von mir aus sollte es nicht nur keine Rechtsanwälte geben; es sollte schon gar kein Recht geben, für das man Anwälte braucht!
565
Hin und wieder habe ich ein wenig Streit mit einer Freundin, weil sie sich die Welt – für meine Begriffe – zu schön abstrahiert; aber sie ist mir natürlich viel, viel lieber als die Schönredner, die uns die Welt tagtäglich schlechter praktizieren.
566
Die Armen sind dumm – geht ja nicht anders.
Die Wohlhabenden sind primitiv und schäbig – ginge schon anders.
567
Katzen sehen immer aus, als hätten sie gerade etwas furchtbar Wichtiges vor. Wer weiß – vielleicht haben sie ja?

568
Alle Menschen sind Lügner, nur mehr oder weniger entwickelte. (Immermann)
569
Diejenigen, die nachträgliche Vaterschaftstests im Interesse der (Kuckucks-)Kinder ablehnen, sind zumeist die, die bei nächster Gelegenheit betonen, wie wichtig es wäre, daß ein Kind seinen „richtigen“ Vater kennenlernt.
570
Die Feldhamster hat man früher als Schädlinge totgeschlagen;
die vergierten Reichen hat man seltsamerweise leben lassen.
Und noch immer hält man gewisse Schmarotzer für nützlich.
571
Irgend welche Polit-Idioten fordern jetzt von den Reichen Solidarität für die Armen. Das haben die Aufklärer im 18. Jahrhundert schon erfolglos versucht; siehe auch Hobelspan 91.
572
Statt um den heißen Brei zu reden, diskutiert man jetzt auf der Meta-Ebene.
573
Ambitioniert schreibende Autoren sind bewundernswert, weil ja die Erfahrung in der eigenen Familie schon lehrt, wie belehrungsresistent die Menschen sind; von der Katze ganz zu schweigen ...
574
Es hat gar keinen Zweck, dagegen aufzumucken – die sogenannten Heimatforscher werden so lange ihr dürftiges Zeug zusammensudeln, bis ihnen der Griffel aus den Händen fällt.
575
Bayreuth, Bottrop, Ballermann …
576
Deformierung durch den Beruf: Die Bäcker haben Plattfüße, Politiker ein großes Maul, und ich hab ein krummes Kreuz vom Sitzen am Computer.
577
Von bundesdeutscher Art: Heiraten ohne Geld, Kredite aufnehmen ohne Arbeit, Kinder machen ohne Perspektive, nach dem Sozialstaat plärren ohne Verstand.
578
In jeder Kommune verhindert eine mafiose Fettschicht aus Nichts- bis allenfalls Halbkönnern, daß sich die Könner aus dem Bodensatz lösen.
579
Die 70er waren die Jahre, in denen die Autos besser angezogen waren als die Menschen.
580
Es gibt Dinge, über die spricht man nicht; und es gibt immer mehr Dinge, über die denkt man nicht einmal mehr nach.
581
Die Bewertung der DDR erfolgt vor dem Hintergrund einer perfekten BRD, und deshalb ist sie falsch.
582
Je komfortabler die Radwege, desto sportlicher die Räder.
583
Was sind das eigentlich für Leute, die zum Happening mit Obama an der Berliner Siegessäule latschen? Es sind die, die Eins begriffen haben – aber mehr nicht!
584
Hotten Dalen und Van Totten: Berlin sieht aus wie eine bebaute Müllkippe.
585
Was hat ER sich bloß dabei gedacht: Macht Lebewesen aus Fleisch und Blut, mit Nerven und Ängsten und zwingt sie, sich gegenseitig bei lebendigem Leibe aufzufressen ...
586
Solange man sich mit den Wenigen beschäftigt, denen es sehr gut ging, ist alles in Ordnung. Sobald man sich den Tausenden zuwendet, denen es sehr schlecht ging, wird man der Schwarzmalerei verdächtigt, denn Millionen ging es ja angeblich gut.
587
Denken ist das eine, reden das andere, und handeln ist wieder ein ganz anderes Ding.
588
Wahrlich, ich sage euch: Es wird eine Zeit kommen, da wird man den Besitz von Rasenmähern unter Strafe stellen!
589
Neu: „Selbstauflösung“ der DDR. (rbb 9.8.08)

540
Fünfzig plus: Die Einfälle nehmen ab, die Ausfälle nehmen zu.
591
Wer sich die Welt mit dem Vergrößerungsglas ansieht, sieht keine schöne Welt.
592
Die Sprüche der Anderen sind immer auch die besseren.
593
Demographisches Problem: Deutschland hatte bei der Wiedervereinigung 80 Millionen Einwohner, inzwischen sind es 92 Millionen (aus einem Bericht über die Vergabe der neuen Steuernummern im Deutschlandfunk am 29.7.08)
594
Falläpfel aus Mutters Garten geklaut: Gutes Zeichen? Schlechtes Zeichen?
595
Ich schreibe, weil ich besser schreiben kann als reden. Könnte ich besser reden als schreiben, würde ich ausschließlich reden, weil nämlich das Schreiben viel mühseliger ist als das Reden.
596
Wenn es an Ausdruck fehlt, bleibt auch der Eindruck aus.
597
Scheißkerle wie jener Professor, der den Grundbedarf für die Sozialhilfe herunterrechnete, haben auch den Nazis die theoretischen Grundlagen für ihre Euthanasieprogramme und die Rassenhygiene zusammengesudelt.
598
Erst mußten sich die Deutschen um ihr Vaterland kümmern, dann um den Erbfeind und dann um mehr Platz – und nun?
599
Den Sozialismus nach den Zuständen in der DDR zu beurteilen ist nichts anderes, als Quadrophonie Scheiße zu finden, weil man sie mit einem alten Volksempfänger gehört hat.
600
Ein Tag WEB.DE: „Was der Körper einer Frau verrät“, „Himmlisch heiß: Die neuen Dessous“, „Sexy, sexier, Topmodels“; dazu „Christopher Street Day“ und „Love Parade“ – Deutschland präsentiert seine Geschlechtsteile – aber Kinder?

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