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Die 2. Kiepe aus dem Klappcomputer

Hobelspäne 101 bis 200

von biF



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gkk messing button


101
Ich weiß nicht mehr genau, wo es steht, aber daß es steht, weiß ich genau.
102
Waffenbesitz ist im freiesten aller Länder der Welt, wo besonders freie Oberschüler regelmäßig Gemetzel unter ihresgleichen anrichten, angeborenes, unveräußerliches Menschenrecht; und jetzt gehen die Amerikaner hin und entwaffnen im Irak erwachsene Männer.
103
Totschlagargumente
Wenn es um die Zerstörung von Kulturlandschaften durch Tagebaue geht: Willst Du deine Wäsche wieder mit dem Waschbrett waschen? Natürlich nicht; ich würde aber auch nicht zu einem Zahnarzt gehen, der die Gerätschaften verwendet, mit denen schon Peter der Große seinen Untertanen die Zähne zog.
Wenn es um die Bananenrepublik Deutschland geht: Willst du etwa DDR-Zustände zurück haben? Natürlich nicht; aber eine Rente zu beziehen, deren Betrag unter dem meines Einkommens in der DDR liegt, macht auch keinen Spaß.
104
Die ganz Schlauen
Von mir aus können Zigaretten noch teurer werden.
Von mir aus kann die Flasche Wein 30 Mark kosten.
Wenn die wüßten, wie vieles noch ungesund ist!
105
Die Menschen werden nicht nur dümmer, sie degenerieren insgesamt, weil sie sowohl geistige als auch körperliche Arbeit zunehmend an Maschinen delegieren, sich betäuben, vergiften und Kultur, Politik und Wirtschaft Alkoholikern, Bekifften und Verrückten überlassen.
106
Im Osten zu wohnen heißt immer noch, zum Fahrradfahren die Armbanduhr abzunehmen, damit es einem nicht die Edelsteine aus der Platine schüttelt.
107
Drogen legalisieren, na klar doch. Aber dann auch gleich Waffenbesitz und Wahlbetrug.Und nicht zu vergessen: Prostitution und Menschenhandel. Am besten verstaatlichen und die Erlöse für die Rentenkasse verwenden.
108
Die Radfahrer werden von Epo so schnell, weil sie aus ihrer Haut raus oder unter die Dusche wollen, denn überdosiert macht es Juckreiz.
109
Wenn der Wink mit dem Zaunpfahl nicht reicht, muß ein Zaunfeld ran.
110
Während die Modewelt noch das 70er-Jahre-Revival zelebriert, ist Dschordsch Dabblju schon längst beim Steinzeit-Revival.
111
Die soziale Marktwirtschaft entpuppt sich mehr und mehr als asoziale Mißwirtschaft.
112
Traue keinem, auch deinem Sparschwein nicht.
113
Die einen müssen zusehen, wie sie alle notwendigen Löcher stopfen können und geraten trotzdem in Schulden, andere haben nur das Problem, wie sie das am Monatsende Übrige am besten unterbringen können. Der Durchschnittsverdiener geht wählen und lebt von der Hoffnung, irgendwann zu den letzteren zu gehören.
114
Die Völker behaupten sich nicht dank ihrer Regierungen, sondern trotzdem.
115
Bei den so genannten Gesetzen der freien Marktwirtschaft handelt es sich um Fiktionen im Interesse der Nutznießer einer pervertierten Arbeitsteilung. Es gibt sie schlichtweg nicht, ebenso wenig, wie der Sklavenhalterei oder dem Zunftwesen Gesetze immanent waren.
116
Wer sicher stehen will, braucht große Füße.
117
Daß alles ja - ach - so kompliziert sei, bewahrt die Leute davor, sich mit Problemen auseinander zu setzen, selbst tätig zu werden und eventuelle Konseqenzen tragen zu müssen. Man kann das Unangenehme so genannten Experten überlassen und so lange gemütlich sein eigenes Ding drehen, bis man mitsamt den Experten in der Scheiße steckt.
118
Eins bedingt das andere. Um ein guter Gastgeber sein zu können, braucht man Gäste, die sich wie Gäste zu benehmen wissen; um ein guter Gesprächspartner sein zu können, braucht man ein Gegenüber, das einem nicht ständig in’s Wort fällt und imstande ist, ohne Gelabere exakt zu formulieren. Gesellschaftlicher Verkehr braucht Rituale.
119
BILD lesen macht Spaß: Schlagzeile reicht, fertig!
120
Um den Finger in alle offenen Wunden der deutschen Mißwirtschaft legen zu können, hat der Einzelne schon gar nicht mehr genug Finger; gegen sie ist der heilige Sebastian auch nach dem Spicken noch ein kerngesundes Kerlchen.
121
Der Mensch hat von seiner Fähigkeit zum Mit-Leiden, früher auch Barmherzigkeit genannt, sehr viel eingebüßt. Erst seit sie ihre wider Erwarten mickrige Rente bezieht, vermag die Nachbarin, zum Beispiel, Verständnis für die Frauen zu entwickeln, die in Polen zum Friseur gehen.
122
Der Maler beschreibt mit dem Pinsel, was das Auge von der äußeren Welt wahrnimmt, der Schreiber malt die Bilder, die das innere Auge schafft.
123
Wie die Verklärung der Vergangenheit stattfindet: Die Mittagsfrau als Verkörperung des Bösen, der siegreiche Schnitter als Bezwinger des Schicksals – alles Quatsch. Die Mittagsfrau ist nichts weiter als die Erinnerung an einen überlebten Hitzschlag.
124
Wer für Freiheit hält, zu leben, wie es ihm gefällt, muß diese Freiheit auch jedem anderen zugestehen. Eine Gesellschaft aber aus lauter Kerouacs, Burroughs und Bukowskis (oder Schlauchs und Kübelböcks) ist nicht denkbar. Es käme kein Strom mehr aus der Dose.
125
Ein Betriebselektriker züchtete in seiner VEB-Werkstatt Aquarienpflanzen in einem 1000-Liter-Becken, das einige 100 Watt Licht bekam und trotz Frischwasserdurchlauf von ein paar Dutzend Litern täglich konstant auf Tropentemperatur gehalten wurde. Die Zucht betrieb er privat und verkaufte die Pflanzen bei Null Betriebskosten 100 % gewinnbringend an die Zoo-Handlungen. Für eine ebenfalls privat im Betrieb unterhaltene Kakteenzucht entnahm er den Schaltkästen des Betriebs die Feuchtigkeitsabsorber. Die Betreuung der Plantagen fand selbstverständlich während der Arbeitszeit statt. Der Sozialismus war wirklich Scheiße!
126
Als ein nach Perfektion strebender Mensch ist man irgendwann außerstande, seinen eigenen Ansprüchen zu genügen. Man lädt keinen Besuch mehr ein und geht nicht mehr aus, weil alles erschreckend dürftig ist im Vergleich mit dem Möglichen, das man nicht erreichen kann, weil man es immer wieder mit dem Unvermögen Anderer zu tun hat: Gästen, die zu spät oder gar nicht erscheinen; die üble Laune mitbringen; Gästen, die eine Unterhaltung erst dann zustande bringen, wenn sie wenigstens halb besoffen sind und nach kurzer Zeit wieder schlapp machen, weil sie völlig besoffen sind; Gastgebern, die ständig am Telefon hängen; die immerzu ihre quengelnden Sprößlinge zusammenpfeifen müssen, die selbstverständlich aufbleiben dürfen, weil Besuch da ist, bis sie von selbst umfallen, usw. Irgendwann macht man schlapp und wird selbst unhöflich, um sich die deprimierenden Kompromisse vom Halse zu schaffen.
127
Es ist heutzutage nicht mehr erstrebenswert, sich vor seinen Mitmenschen auszuzeichen und dafür durch die Medien geschleift und mit Bettelbriefen belästigt zu werden. Es sei denn, man steht auf Krawall.
128
Auf jeden geborenen Intriganten gibt es mindestens hundert Einfaltspinsel. (Nach Lichtenberg)
129
Die Gemeinschaft, die einerseits Schutz gewährt, reißt andererseits auch die besonnensten Individuen mit ins Verderben, weil die dummdreisten Anführer ihre überwiegend dummen Mitglieder in zweifelhafte Abenteuer manövrieren.
130
Ein System ist ab einer gewissen Komplexität nicht mehr planbar. Also wäre es eigentlich konsequent zu reformieren, wie man ein Knäuel Garn entfitzt: Man zieht an irgend einem Ende und guckt dann, wo was wackelt. Oder noch besser, wie beim Gordischen Knoten: Durchhauen und die Enden neu knüpfen.
131
Geländespiel. Links rum, rechts rum. Warum?
132
Die Welt liefert den Künstlern gute Vorlagen, zum Leben taugt sie nur bedingt.
133
Wenn eine Arbeit nicht die Hälfte dessen einbringt, was man zum Leben braucht, findet sich immer noch ein Idiot, der sie für ein Viertel dessen tut und sich obendrein dem überlegen fühlt, der sie verweigert hat.


gkk kupfer knopf


134
Die meisten tun zwar so, wollen aber tatsächlich gar nicht wissen, was ich schreibe, sondern bloß so schnell wie möglich ihr eigenes Geschwätz darüber hören und über diesen Umweg wieder ihre eigene BILD- (oder SPIEGEL-) Meinung bestätigt bekommen.
135
Um selber reich zu werden, braucht man nur eins zu machen: Andere arm.
136
Des Menschen Welt ist so groß wie sein Geldbeutel. Die Welt des Schnorrers ist ein bißchen größer.
137
Wer meint, die Menschen zu lieben, verwechselt Mitleid mit Sympathie.
138
Jedermanns Freund ist niemandes Freund.
139
Egal wie eine 50jährige aussieht: Sie ist 50 und bleibt es – nicht.
140
Einst: Kleider machen Leute. Jetzt: Häute machen Leute.
141
Wenn ich heute mit Bekannten feiere, habe ich nach einer halben Stunde das Gefühl: Kenn' ich; das hatt’ ich schon mal.
142
Alte Frauen sehen noch immer alle gleich aus, aber wieso? Denn die Frauen, die jung waren, als meine Oma alt war, sehen jetzt, wo sie selber alt sind, auch wieder aus wie meine Oma, dabei müssten sie doch anders aussehen; aber nein: Auch sie tragen wieder Filzmäntel, ausgelatschte Schuhe und dazu einen Hut wie von Miß Marple geborgt.
143
„...zerfallen mit sich und der Welt...“ Mit dieser Welt zu zerfallen ist kein Kunststück; „mit sich“ haben die feigen, von ihren zweifelhaften Arrangements mit der Welt regelmäßig zum Psychiater getriebenen Naturen ihrem Urteil über die mit der Welt Zerfallenen vermutlich hinzugefügt, um sich selbst zu beruhigen.
144
Gesetzt den Fall, Jesus hatte gar nicht den Auftrag, sich kreuzigen zu lassen, sondern hatte einfach die Schnauze voll von den Dummköpfen, die er bekehren sollte und ist Amok gelaufen, und Gott hat über seine Medienleute (die Evangelisten) alles nachträglich umgebogen?
145
Freitod: Wie frei ist ein Mensch noch, der das Leben aufgibt?
Selbstmord: Kann ein Mensch an sich selbst kriminell werden?
146
Umkippen: Mit Idealen anfangen und mit Idolen aufhören.
147
Die Cyprioten salzen ihre Babys, wir wässern sie.
148
Es gibt Menschen, die sich freiwillig in Askese begeben, andere bleiben einfach nur bescheiden, und wieder andere entscheiden sich für die Habgier und tun auch das aus freien Stücken.
149
Kartenverkauf bei der „Lausitzer Rundschau“ nennt sich jetzt „Ticketing“
150
Der A.H. (der andere) hatte Recht. Die Deutschen taugen nichts.
151
Der Terrorismus ist das trojanische Pferd, mit dem die Amerikaner den Rest der Welt knacken wollen.
152
Für Rezzo Schlauch zu Silvester: Ein Tischfeuerwerk, gefüllt mit lauter Hufeisen.
153
Was soll man von einem Volk halten, das „Deutschland, Deutschland über alles“ singt?
154
Die Menschen sind auf der Erde wie die Raupen auf dem Kohlkopf, nur
- dass sie nicht einfach wegfliegen können
- und daß es mehr Kohlköpfe gibt als Erden.
155
Die Herrschaften zelebrieren sich selbst, um die eigene Bedeutung zu steigern und – weil es sonst niemand täte!
156
Früher hießen die, die ihre Mitmenschen aufgescheucht und in zweifelhafte Abenteuer verwickelt haben, Anführer. Heute heißen sie Unternehmer. Wer seiner geistigen Einöde aus eigener Kraft nicht entkommen kann, ist auf sie angewiesen.
157
Ich bin bekennender Setzkasten-Besitzer.
158
... kunst- und wissenschaftsverblödet: Man kann auch als hochspezialisierter Experte saudumm sein.
159
Der Staat kümmert sich um lauter Dinge, die ihn nichts angehen, und die Dinge, die ihn angehen sollten, kümmern ihn nicht.
160
Firmengeschichte + Geschichtsfälschung = Kapitalistischer Mythos.
161
So wie es beim Verdienen „Ferrari-Fahrer“ und Friseusen gibt, so gibt es auch unter Rentnern, Patienten und Arbeitslosen die Besseren und die „anderen“.
162
Erst seit der Mitte des 18. Jahrhunderts ißt der Mensch mit Messer und Gabel ....
163
Angehörige unproduktiver Berufe, die noch im 18. Jahrhundert wenig beachtet oder gar verachtet waren, sind inzwischen zu Gut- und Großverdienern avanciert: Lehrer, Anwälte, Makler, Steuerberater; hinzu gekommen sind Größtverdiener wie singende Teenager, Schauspieler, Models, Boxer, Autofahrer, Piloten usw., außerdem hängen am Tropf der Gesellschaft jede Menge Sozialarbeiter, dubiose Agenten und Berater, Weltreisende, Bergsteiger, Snowboarder, Germanisten, Anglisten usw. ...
164
Frühlingsanfang: Die ersten Schmetterlinge zerschellen an der Motorhaube.
165
Mit dem Ur-Meter war der Raum noch „faßbar“, die Definition des Meters als „Strecke, die das Licht in einer Sekunde zurück legt“ entzieht ihn der sinnlichen Wahrnehmung.


gkk gross und klein


166
Um seine Argumente zu behaupten, vertritt man sie im Disput radikaler als gut ist.
167
Naturgegeben – gottgegeben – menschgegeben - und immer wieder Scheiße.
168
... in ein Land gehen, wo man vom Ertrag seiner Hände Arbeit noch leben kann (sein Leben „in der Hand hat“) ....
169
Was tun mit Freunden, wenn man kein Geld hat?
Was tun mit Geld, wenn man keine Freunde hat?
170
Mir geht es gut, weil ich eine Rente kriege, eine Wohnung habe und ein Auto, und weil aus meinem Wasserhahn Wasser kommt und aus der Steckdose Strom. Museen, Galerien, Kino, Theater, Reisen, Mode, Bücher, CDs, Freunde – wer braucht das schon ... !?
171
Er hat so viel Dreck am Stecken, daß er ihn kaum noch hoch kriegt.
172
Gott sollte die Menschen noch einmal ersäufen, aber diesmal keine mehr übrig lassen.
173
Daß das Leben doch - ach – so schön sei, hört man meist von Leuten, die überhaupt keine Vorstellung davon haben, wie schön es sein könnte.
174
Schäuble, dem Barbaren der deutschen Politik, einem widerlichen, verbiesterten, alten Mann, einem Fall für den Psychiater, wäre es vermutlich eine Genugtuung für sein kümmerliches Rollstuhldasein, gesunde junge Männer im Irak zu verheizen. (Notiert vor Beginn der Friedensmission.)
175
anachronistisch:
Armut schändet nicht.
Ehrlichkeit währt am längsten.
Bleibe im Lande und nähre dich redlich.
176
Es gibt Menschen, wie meine Schwägerin, die kaufen sich Pflanzen, pflegen sie eine zeitlang, und wenn sie ihnen nicht mehr gefallen, werfen sie sie weg und kaufen sich neue. Es gibt auch Menschen, die so etwas mit Tieren machen. Und Menschen, die das mit Menschen tun.
177
Die Ossi-Cleverle haben die DDR zur Sau gemacht, - und die BRD kriegen sie auch noch klein!
178
Für den Mann ist die Frage "Form oder Inhalt?" im Schwanzumdrehen entschieden.
179
Die einen kommen knickrig zur Welt, ihnen bleibt gar nichts anderes übrig - sie müssen andere übervorteilen; andere kommen naiv zur Welt, bleiben es ein Leben lang und werden immer schlechte Geschäfte machen.
180
Meine Mitmenschen sind mir so ziemlich egal geworden – alles Egoisten! Wie ich.
181
Daß meine Katze intelligenter ist als mein Nachbar, sieht man daran, daß sie sich bei extremen Temperaturen einfach hinlegt und pennt (und daß sie keinen Laubstaubsauger benutzt).
182
Mein Bauch fällt nur auf, weil ich keinen Busen habe;
hätte ich einen Busen, hätte ich auch keinen Bauch.
183
Was für die Aristokratie die Diplomaten waren, sind für die Bourgeoisie die Politiker; die Diplomatenjobs haben sich als Druckposten erhalten.
184
Wer wissen will, was ein Politiker ist, muß den „Talleyrand“ von Tarlé lesen.
185
Auch wenn man ihr Äußeres verändert, bleiben Katzen Katzen und Hunde bleiben Hunde. Der Mensch kommt ohne Charakter zur Welt. Sein Charakter wird erst „gebildet“, doch da er selbst auch einen gewissen Einfluß auf seine Bildung hat, oft nur eingebildet. Und so gefallen sich die einen als bizarre Gewächse, die andern bleiben mehr so Unterholz, und während Politiker sich als Orchideen gefallen, sind sie in Wahrheit übelstes Unkraut (die Kräuter mögen mir verzeihen).
186
Warum tragen die älteren Herrschaften immer Blousons in beige und chamois ?
187
Tschetschenien, Mai 2004: Sprengung eines Staatsoberhauptes: Man sollte das öfter machen, und nicht nur dort.
188
Gepräche von Profis mit Laien über Kunst sind mittlerweile wie die eines Restaurantkritikers, der regelmäßig Fünf-Sterne-Küche genießt, und einem, der sich gelegentlich einen Döner leistet.
189
„Verdrängung“ klingt nach Kraftakt. Dabei passiert nichts weiter, als daß man nicht an das denkt, was einen belastet und es so allmählich „vergißt“. Die ständigen Reflektierer, die Auf-und-Ab-Arbeiter vergessen nichts – aber ob die damit besser dran sind ?
190
Gelegentliche Zweifel daran, ob auch rechtens ist, was Recht ist, sind nicht nur erlaubt, sondern immer wieder angebracht: Terrorbekämpfung und eine NPD als rechtsstaatliche Partei; Rentenkürzungen und Diätenerhöhungen; Wehrpflicht und Soldaten im Irak ...
191
Eigentlich auch wieder hinterhältig von dem da oben, die Männer auf gewisse geometrische Figuren zu fixieren.
192
Die Gesellschaft kommt nicht umhin, ihre Individuen zu disziplinieren. Je mehr sich einzelne selbst verwirklichen, desto mehr müssen andere gedrückt werden. Selbstverwirklichung geschieht auf Kosten anderer, selbst in der Familie.
193
Früher Armenhäuser, heute Krankenkassen; Hauptsache: Die regierenden Geldsäcke sind raus ....
194
Beim Lesen des reformierten Wortes „Stängel“ sehe ich immer eine Bohnenstange vor mir, auf der eine kleine Gänseblümchenblüte vor sich hinpuschelt.
195
Ein Niemand, der sich alles gefallen läßt, wird niemals ein Jemand.
196
Den Begriff „Sozialneid“ haben die Reichen erfunden und können ihn gleichzeitig für sich reklamieren, denn die Diskussion, ob man Arbeitslose überhaupt unterstützen solle, kommt bestimmt nicht von den des Sozialneids verdächtigten Arbeitslosen.
197
Niemandes Verdienst kann so groß sein, daß andere deswegen hungern müssen.
198
Sex und saufen, Sucht und sublimieren fangen mit S an.
199
Eines Tages werden die Deutschen nicht mehr die Bibel, sondern den Koran lesen, und anstatt vor dem Kreuz auf die Knie zu fallen, den Steiß gen Westen recken; der Kölner Dom hat dann eine runde Kappe und daneben steht ein Minarett.
200
Ich glaube, daß die meisten Menschen unsicher sind. Sie haben sich ein Korsett gemacht, aus dem heraus sie die Welt betrachten; eine Schablone, mit der sie sie vermessen, und Menschen wie ich verunsichern sie mit ihren unorthodoxen „Einfällen“ bloß.


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